Presse
Rheinische Post vom 25.9.2009
Der ehemalige Kunstlehrer und Maler Michael Fuxen hat
seit kurzem ein neues Atelier.
Nicht nur dieser neu eingerichtete Arbeitsplatz ist
außergewöhnlich, sondern auch der Maler selbst. Ein großer
Kronleuchter schmückt den Vorraum, den der Besucher zum Weg ins Atelier betritt.
Es scheint, als wären die Wände genau für die Kunst gemacht - die Bilder
bekommen durch sie eine weite Dimension. Michael Fuxen hat sich die richtigen Räume für
sein Atelier ausgesucht, in dem er Platz genug für seine zahlreichen Bilder
hat. Das eigentliche Atelier liegt am anderen Ende des Flurs. Dort öffnet sich
dem Besucher ein großer Raum; eine Seite ist komplett verglast. Durch sie blickt
Fuxen auf den ruhigen Hinterhof und die altenMauern der St. Adolfus-Kirche.-,,Das
Licht in diesem Raum ist perfekt-es ist hell, aber durch die Tiefe des Raumes
nicht zu grell", sagt Fuxen. Dabei hat der Künstler mit seinem
Atelier einen echten Glücksfall erlebt. Als er in
Pension ging, richtete er sich sein erstes Atelier an der Becherstraße ein. Doch
der Raum war so feucht, dass einige seiner Bilder an den Wänden Schimmel
ansetzten und sich verzogen. ,,Es war sehr ärgerlich, ich musste da raus", sagt Fuxen.Die neuen
Räume im alten Pfarrhaus an der Fischerstraße nutzt er nun als Arbeits- und
Ausstellungsfläche.
Beziehen konnte Fuxen die Räume, weil das ehemalige
Pfarrhaus leer steht und als Wohnung nicht mehr vermietet werden konnte. In zwei Iahren soll
das Haus abgerissen werden.Deshalb kann Fuxen die Pfarrwohnung im Hochparterre
für niedrige Kosten nutzen und mit seinen Bildern auch den großen Flur
schmücken, der wie eine Galerie wirkt. Mit seiner abstr
akten Malerei will der ehemalige Schulleiter die ,,Wirklichkeit hinter den
Dingen" malen, sagt er. So wie diese Eigenart des Künstlers ist auch seine
Malerei: Porträts und Personen malt Fuxen nur gelegentlich. Im Abstrakten kann
er seine Fantasie besser ausleben. ,,Das Chaos ist ein interessanter Aspekt -
auch in einem Bild steckt oft viel Zufall", sagt der Derendorfer, der sich und seine
Bilder deswegen auch nicht ganz so ernst nimmt. Wenn seine Gäste die Werke einmal
auf ihre Weise interpretieren, lässt er ihnen die Freiheit. Fuxen ist ein
Genießer. In einerEcke des Ateliers stehen zwei weiße Sessel, die Tabakpfeife
liegt auf demTisch, im alten, großen Schrankregal lagern Weinflaschen. ,,Ich sitze schon mal hier,
betrachte meine Bilder, und lasse mich inspirieren", sagt er, seine Pfeife
genüsslich rauchend.
Wenn ihm eines seiner Kunstwerkenicht mehr gefällt,
übermalt er das Motiv einfach. Und wenn Fuxen einmal die Idee fehlt, lässt er das
angefangene Gemalte stehen und wartet, bis ihm der perfekte Einfall kommt. Und
wenn es dann doch nicht das Richtige war, wird es einfach wieder übermalt. Mit
Ölfarbe hat er kein Problem, obwohl er meistens in Acryl malt. Irn Regal stehen
mehr als zwei Dutzend leere Tabakdosen, in denen der 69-jährige die kräftig
leuchtenden Pulverfarben aufbewahrt. Eine Farbe findet der Besucher jedoch auf
keinem von Fuxens Bildern - Grün. ,,Ich mag das Grün in der Natur, aber nicht
als Farbe".- Für Porträts nutzt er aber Ölfarbe. Fuxen erperimentiert auch mit
Sand, Papier und sogar Salz. ,,Dieses nimmt dasWasser der Farben
auf und gibt der Oberfläche eine einmalige Struktur", sagt Fuxen.
Tamara Heck, RP